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04.05.2012, 12:24 Uhr
Besser gut als schnell
Mit diesen Worten zog Bürgermeister Felix Büter ein Fazit aus Vortrag und Diskussion zum Thema Schule in NRW und Schulen in Ahaus am Donnerstag, den 3. Mai 2012, in der Ahauser Stadthalle und gab damit der Verwaltung und den Politikern in der Stadt die Richtung für anstehende Entscheidungen über die Bildungswege am Schulstandort Ahaus vor.
Mit diesen Worten zog Bürgermeister Felix Büter ein Fazit aus Vortrag und Diskussion zum Thema Schule in NRW und Schulen in Ahaus am Donnerstag, den 3. Mai 2012, in der Ahauser Stadthalle und gab damit der Verwaltung und den Politikern in der Stadt die Richtung für anstehende Entscheidungen über die Bildungswege am Schulstandort Ahaus vor.

Der als ein schulpolitischer Fachmann eingeladene bildungspolitische Sprecher der aufgelösten CDU-Landtagsfraktion Prof. Dr. Dr. Thomas Sternberg wurde vom Vorsitzenden der CDU-Fraktion im Ahauser Stadtrat Thomas Vortkamp denn auch nicht als Wahlkämpfer, sondern als angesehener Kenner und Mitgestalter der Bildungswege in unserem Lande speziell nach dem erreichten Schulkonsens begrüßt. Als ausgewiesene Kenner der Schullandschaft vor Ort begrüßte Vortkamp auch den Bürgermeister Felix Büter und den Schuldezernenten der Stadt Hermann Kühlkamp.

Sternberg gab in seinem Eingangsreferat zunächst einen Rückblick auf die Entstehung des Schulkonsenses und wies darauf hin, dass es gelungen sei, ein vielgestaltiges Schulsystem in der Verfassung zu verankern, das es ermögliche, allen Schülern ein ihnen angemessenes Bildungsangebot zu machen. Ziel dieses Systems sei es, alle, aber auch wirklich alle Schüler mit ihren unterschiedlichen Eignungen so zu fördern, dass sie zukünftig, auch bei abnehmender Zahl, an der Bewältigung der Anforderungen unserer Gesellschaft mitwirken könnten. Dazu sei ein Einheitsschulsystem nicht in der Lage. So setze der Schulkonsens denn auch auf Vielfalt und habe zu den bereits bestehenden Schulformen eine neue, die Sekundarschule, hinzugefügt.

Diese Schulform stehe gleichberechtigt neben den bekannten Formen Hauptschule, Realschule, Gymnasium, Gesamtschule und auch Verbundschule. In ihr sollen Schüler der Sekundarstufe I, also der Jahrgangsstufen 5 bis 10, in Kooperation mit einer Schule mit gymnasialer Oberstufe und in Anlehnung an den Lehrplan des Gymnasiums, ohne die Pflicht zur zweiten Fremdsprache bereits in Klasse 6, vorwiegend die Unterrichtsinhalte von Realschule und Hauptschule erarbeiten. Dabei sollen alle Schüler in den Jahrgangsstufen 5 und 6 gemeinsam unterrichtet werden. Erst danach soll eine vertikale oder auch horizontale Differenzierung möglich sein. Dabei könnten sowohl Eignung und Leistung als auch räumliche Gegebenheiten Berücksichtigung finden.
Während Gymnasium und Gesamtschule von Beginn an die Hochschulreife als Ziel hätten, halte die Sekundarschule die Bildungswege grundsätzlich offen und führe nicht zu einer negativen Auslese, die oftmals Enttäuschung und Schulversagen zur Folge hätten.
Sternberg gab in der anschließenden Diskussion zu, dass es mit dieser neuen Schulform noch keine praktischen Erfahrungen gebe, weshalb auch Lehrer unsicher seien, diese Schulform darzustellen und zu empfehlen, und Eltern sich nur schwer dafür entscheiden könnten, hielt diese Schwierigkeiten jedoch für kurzfristig lösbar. Auf die Situation in Ahaus angesprochen, sah er sich außerstande, einen Rat zu geben, da dazu die genaue Kenntnis der örtlichen Gegebenheiten unbedingt erforderlich sei.

Hierzu erklärten Bürgermeister Büter und Schuldezernent Kühlkamp übereinstimmend, dass gegenwärtig in Ahaus keine dringende Notwendigkeit bestehe, eine Schulform aufzugeben, da alle Schulen - auch die Hauptschule in Alstätte - noch ausreichend Schüler hätten, dass man, sollte das so bleiben, auch nicht verändern müsse. Bei abnehmender Schülerzahl stünden aber entsprechende Entscheidungen an, die sorgfältig mit allen Beteiligten, Eltern, Lehrern und Politikern aller Parteien, vorbereitet und gefällt werden sollten. Dabei gehe es nicht um Eile, sondern um Einigkeit und Qualität. Jede Neuregelung müsse das Schulwesen in Ahaus besser machen, als es jetzt sei, sonst könne man es besser so lassen.

Versammlungsleiter Thomas Vortkamp versprach, in Zukunft auch zu weiteren zur Ratsentscheidung anstehenden Themen im Vorfeld ähnliche Veranstaltungen wie diese anzubieten. Er bedankte sich, auch im Nahmen der CDU, bei allen Teilnehmern für die lebhafte und sachliche Beteiligung in der Diskussion, bei den Referenten für ihre Beiträge, besonders bei Prof. Sternberg, für das fundierte Referat und die Bereitschaft, trotz Wahlkampf zur Verfügung gewesen zu sein. Er überreichte dazu ein kleines Präsent mit Spezialitäten aus der Region.