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13.07.2012, 12:12 Uhr
Ahauser Schlossgespräch mit Oswald Metzger
Voll besetzt war der Fürstensaal des Ahauser Schlosses am Montag, den 9. Juli 2012, beim 7. Ahauser Schlossgespräch des hiesigen CDU-Bundestagsabgeordneten Jens Spahn mit dem jetzt als Publizist und politischen Berater tätigen ehemaligen Abgeordneten Oswald Metzger.
Natürlich drehte sich das Gespräch zunächst um die politische Vergangenheit und Zukunft Metzgers, der, zunächst SPD-Mitglied, als Abgeordneter der Grünen in die CDU gewechselt ist und dort mit seinem Bemühen um eine Abgeordneten-Kandidatur noch keinen Erfolg gehabt hat. Metzger nahm zu den Parteiwechseln offen Stellung, erläuterte seine jeweiligen Beweggründe und auch die Folgen seiner Entscheidungen. Heute nennt er sich einen wertkonservativen Wirtschaftspolitiker, der, wenn auch ohne Mandat, gezielt politischen Einfluss nehmen will.

Schwerpunkt des Gesprächs war allerdings die wirtschaftliche Entwicklung Europas im Zeichen von Finanzkrise und Geldpolitik im Euro-Raum. Metzger schaute hier vorwiegend rückwärts und sprach viel über die Fehler, die gemacht worden seien. So habe man Griechenland auch als Warnung an andere Staaten als abschreckendes Beispiel in die Insolvenz gehen lassen sollen, weil sich die Politik mit einem solchen "Ende mit Schrecken" auch aus den Fängen der Finanzmärkte hätte befreien können und wieder Gestaltungsfreiheit erlangt hätte.

Für die Gegenwart und Zukunft setzte er auf strenge Haushaltsdisziplin und drastischen Schuldenabbau. Vor allem müsse verhindert werden, dass alle Staaten, also auch Deutschland, durch Festlegung auf automatische Hilfsmaßnahmen ihrer nationalen Einscheidungsfreiheit verlustig gingen, und dass "Haushaltssünder" keine Notwendigkeit zu Sparmaßnahmen erkennen würden.

In diesem Ziel war er sich mit seinem Gesprächspartner Jens Spahn einig, wenn auch bei der Beurteilung der Mittel zu dessen Erreichung deutliche Unterschiede erkennbar wurden.