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Aktuelles
29.04.2005, 00:17 Uhr
Heimspiel für Jürgen Rüttgers
Heiden - (hhk). Er will Ministerpräsident des bevölkerungsreichsten Bundeslandes werden am 22. Mai. Daran ließ CDU-Kandidat Dr. Jürgen Rüttgers gestern beim ungezwungenen Wahlkampfauftritt in der Mehrzweckhalle keinen Zweifel. Er hatte ein echtes Heimspiel und appellierte: "Wir müssen kämpfen, wir sind nah dran."
Im Wahlkreis des CDU-Landtagsabgeordneten Bernhard Schemmer aus Reken kennt sich Rüttgers aus. Gestern trafen rund 400 Senioren und politisch Interessierte aus dem Wahlkreis des Rekeners auf einen Profi aus Düsseldorf, der an das Gegenüber mit vielen Hundert Augen und Kameras gewöhnt ist.



Innig scheint die Beziehung zu CDU-Kreisgeschäftsführer Eckart Ballenthin offenbar zu sein. "Hallo Junge, wie geht"s Dir, alles im Griff"", begrüßte Rüttgers den Geschäftsführer freundlich, als er aus dem Bus gestiegen war.



Rüttgers gilt als Schwergewicht in der Politik. Seit 1999 ist er nordrhein-westfälischer Landesvorsitzender. Geortet wird er als wichtiger Vertreter des sozialen Flügels in seiner Partei. Unter Kanzler Helmut Kohl war der Rheinländer, geboren 1951, Bundesminister für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie. "Ich komme aus einfachen Verhältnissen", sagte der "Ex-Zukunftsminister" von sich. "Mein Vater war Elektriker. Das Geld war nicht dicke." Rüttgers studierte Jura. Mehrere Jahre war er Parlamentarischer Geschäftsführer der Unionsfraktion im Bundestag.



Großes Publikum haben die Kindertanzgruppen der TG Heiden seltener als der Politprofi. Aber davor machten sich die Kinder gestern nicht bange. Beflügelt von den wohlmeinenden Worten des Moderators Helmut Felkel brachten sie ihren Beitrag im Vorprogramm sauber über die Bühne.



"Das wird für uns ein voller Erfolg im Wahlkampf", hatte Agnes Nienhoff, langjährige Vorsitzende der Heidener Frauenunion, prophezeit. Das wurde der Auftritt auch, zu dem die Unionsfrauen 400 Plätze eingedeckt hatten, Kaffee einschenkten und Kuchen reichten. Denn das, was Rüttgers mit seiner Wahlkampfrhetorik zum Besten gab, war so richtig nach dem Geschmack seiner Zuhörer. Rüttgers beklagte die überbordende Bürokratie im Lande. Inzwischen müsse ein Mittelständler eine halbe Doktorarbeit für eine Ausschreibung verfassen. Rot-Grün habe das Vertrauen verspielt. Eine Million Arbeitslose in NRW, 110 Milliarden Euro Schulden, fünf Millionen Stunden Unterrichtsausfall und 1,5 Millionen Straftaten in NRW, von der nur jede zweite aufgeklärt werde.



Rüttgers sagte aber auch, dass nach dem Wahlsieg in NRW nicht sofort alles leichter werde. Er forderte ein gerechteres Steuersystem, weniger Subventionen für die Steinkohle und die Windenergie. Die Landschaft im Münsterland sei genug verschandelt. Mehr tun will Rüttgers für Forschung und Technologie. Es könne nicht angehen, wenn Forscher aus dem Land gejagt würden. "Das Land ist nicht kinderfreundlich genug", unterstrich der Christdemokrat und sprach sich für eine Ganztagsschule aus. "Da muss ja nicht jeder hingehen", so der Kandidat, der auf das christliche Menschenbild setzt und für die soziale Partnerschaft mit Unternehmern eintritt.



Siegessicher und zuversichtlich fiel am Ende einer 60 Minuten dauernden, frei gehaltenen Rede seine Gestik aus. Er hob die Arme, als der Beifall kam und badete in Sympathie.



Als Rüttgers in den Bus stieg, begleitet von Kamerateams und Journalisten, hatte er neben einem Weinpräsent von Bürgermeister Heiner Buß auch einen Heidener Bämbel vom CDU-Gemeindeverband im Gepäck " und das Versprechen, zum Wahlerfolg ein Scherflein beizutragen. Der Wahlkampf geht weiter " noch 22 Tage

Quelle: Borkener Zeitung