Stadtverband Ahaus
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01. August 2010, 09:15 Uhr
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CDU-Fraktion im Rat der Stadt Ahaus 

Haushaltsrede 

 

Thomas Vortkamp
Vorsitzender der CDU-Ratsfraktion Ahaus

18. März 2009

 

Es gilt das gesprochene Wort.

 

Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger von Ahaus,
Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
geehrte Kolleginnen und Kollegen,  

nie war es so vertrackt, wie in diesem Jahr sich auf die Haushaltsrede einzustellen, bzw. diese vorzubereiten. Die letzten Anmerkungen und Passagen wurden von mir am Dienstag also gestern nach der Fraktionssitzung und noch heute Vormittag eingebaut.

Zunächst gab es aber schon im Februar die erste Terminverschiebung wegen der bis dahin vielen Unbekannten, die zum Teil immer noch vorhanden sind, im Zusammenhang mit dem Konjunkturpaket II.

Außerdem mussten wir ein entsprechendes Maßnahmenpaket für Ahaus erst schnüren und im Haupt- und Finanzausschuss vorberaten. 

Sehr geehrte Damen und Herren,  

mit den Beratungen zum Haushalt 2009, fällt der Blick unweigerlich auf die Entwicklung unserer Finanzlage und wir versuchen zu überblicken, wie sich Ausgaben und Einnahmen in kommenden Jahren entwickeln werden.

Eine Vielzahl von ungewissen Rahmenbedingungen macht es dabei schwer, mit sicheren Erwartungen in das kommende Jahr zu gehen. Die Ursache für die größte Ungewissheit stellt sich in der Finanz- und Wirtschaftskrise dar, die natürlich auch uns hier in Ahaus gerade aktuell beeinflusst und auch weiter beeinflussen wird.

Wie also wird vor allem das nicht mehr ganz so neue Jahr und wie werden die nächsten Jahre? In der gegenwärtigen wirtschaftlichen und politischen Situation, eine höchst spannende Frage.

Eine Frage, die sich ausgerechnet in einem Jahr mit drei Wahlen, und perspektivisch sogar 4 Wahlen, wenn man bis Mai 2010 schaut, stellt.  

Meine Damen und Herren,  

viele Menschen und ihre Familien, einige unserer, vor allem mittelständischen Betriebe sehen im Augenblick, wenn man den aktuellen Meldungen glauben darf, eher sorgenvoll in die Zukunft.

Doch ist die Situation, vor allem in Ahaus, wirklich so brisant wie man uns, vor allem in der Presse und der großen Berliner Politik Glauben machen will? Wir werden sicher nicht die Augen davor verschließen können, aber Panik zu verbreiten ist wohl auch nicht das richtige Mittel.  

Wir alle wissen, dass die Menschen hier bei uns im Münsterland keine großen Worte machen, die Ärmel hoch krempeln und anpacken und eher nicht zu denen gehören, die sich zurück ziehen und jammern.

Ich halte ebenfalls nichts von Schwarzmalerei und wünsche mir, dass vor allem wir hier im Ratssaal Zuversicht und Verlässlichkeit ausstrahlen und auf die Kraft unserer Menschen und der heimischen Unternehmen vertrauen.  

Diese Botschaft sollten wir heute Abend mit der Verabschiedung des Haushalts zum Ausdruck bringen.  

Die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt wird bestimmt durch einen aktiven, innovativen und verantwortungsvollen Mittelstand. Nur er bietet die Gewähr für sichere Arbeitsplätze. Er bildet das Rückgrat für unsere wirtschaftliche Entwicklung. Nicht große Konzerne zeigten sich als krisensicher, nicht die Großunternehmer, die heute um Unterstützung und Finanzierung buhlen, es ist der Mittelstand!

Unsere gute wirtschaftliche Entwicklung haben wir den klein- und mittelständischen Betrieben zu verdanken. Sie sind es, die Arbeitsplätze schaffen und ausbilden, sie sind es, die Arbeitssuchende in Lohn und Brot bringen und mit ihrem Handeln zum Wachstum  beitragen. 

Meine Damen und Herren,

liebe Kolleginnen und Kollegen,   

die CDU Fraktion hat wesentliche Weichen für die auch zukünftig positive Entwicklung unserer Stadt gestellt. Einen Erfolgskurs, den es gilt fortzusetzen, auch wenn die Finanz- und Wirtschaftskrise dies vermutlich schwieriger macht.

Wir blicken auf Jahre erfolgreicher Politik zurück. Wir haben in den vergangenen Jahren viel investiert und uns etwas leisten können, Investitionen, die anderen Kommunen verwehrt blieben, z.B. die Nordtangente, die Schulmensa an der Franziskusschule, die Sanierung des Klärwerks, der Umbau am Alexander-Hegius-Gymnasium, der Bau von Kleinspielfeldern in allen Ortsteilen und nicht zu vergessen ein neues Kombibad, unser:   

„AquAhaus, das Kombibad mit der Welle“. 

Meine Damen und Herren,

wir haben viel gewonnen und erreicht für die Bürgerinnen und Bürger aus Ahaus.

Dank unserer vernünftigen und vorausschauenden Haushaltspolitik ist es möglich gewesen, in fast alle Bereiche des Gemeinlebens zu investieren.

Die CDU hat durch die von ihr gestellten Ratsanträge zu den Feldern der Stadtentwicklungsplanung, wenn man so will, Masterpläne zu allen wichtigen Themenfeldern auflegen lassen und damit auch einen von uns definierten Rahmen vorgegeben. Wir dokumentieren, was uns wichtig ist und welche Ziele wir in den nächsten Jahren anstreben.

Dabei sind alle politischen Handlungsfelder von Bedeutung. Einen besonders hohen Stellenwert haben für uns allerdings die Themen Wirtschaft, Arbeit, Stadtentwicklung, Familie und Finanzen. 

Haushalt und Finanzen 

Einen Haushaltsausgleich werden wir in diesem Jahr nach dem Haushaltsentwurf nicht erreichen, sondern lediglich durch die Inanspruchnahme der so genannten Ausgleichsrücklage - eine Besonderheit des NKF in NRW – die wir für den Haushaltsausgleich einsetzen müssen.  

Wir wissen, auch Ahaus hat noch Schulden, die den städtischen Haushalt mit Zins und Tilgung belasten.

Dieser Zustand, lässt nur eine Schlussfolgerung zu. Der Haushalt muss, wie in den letzten Jahren schon begonnen, weiter konsolidiert werden! Wir wollen die von unserem Bürgermeister und Kämmerer Hans-Georg Althoff beschriebene Vision für Ahaus Wirklichkeit werden lassen, nämlich unsere Stadt sukzessive von ihren Schulden zu befreien.

 Meine Damen und Herren,  

Ich möchte es heute Abend nicht versäumen, einige Sätze zu der Debatte im Haupt- und Finanzausschuss zu verlieren.

Das die Kommunalwahl in einigen Monaten ansteht, zeigt uns nicht nur der Blick in den Kalender, sondern wurde in der letzten Sitzung über-deutlich.

Forderungen nach einer Ausweitung des Angebotes für den Familienpass und den Kreis der Berechtigten, kann man nach einer Kostenschätzung und einem entsprechenden Deckungsvorschlag sorgfältig prüfen, aber den Forderungen aus Teilen der Opposition  zu einem beitragsfreien 3. Kindergartenjahr konnte die CDU Fraktion ebenso wie der nach der pauschalen Einführung von städtisch finanzierter Schülernachhilfe nicht zustimmen.

Ich zitiere an dieser Stelle gerne noch einmal aus meiner Haushaltsrede vom Februar 2008 zum Kindergartenbeitrag:  

„Weitere Beitragssenkungen oder beitragsfreie Kindergartenjahre sind zur Zeit nicht machbar und, weil man damit Bund und Land aus der Verantwortung zur Finanzierung solcher Vorhaben nimmt, unter den jetzigen Rahmenbedingungen auch nicht vernünftig.“ 
Veränderte Rahmenbedingungen können wir auch heute nicht erkennen. Ebenso war der Versuch, notwendige Deckungsvorschläge auf den 1. Beigeordneten zu verlagern, ein durchsichtiges Manöver. Die CDU Fraktion wird jetzt ihre Verantwortung einfordern. Sie selbst werden beantworten müssen, woher das Geld kommen soll. Sagen Sie den Bürgerinnen und Bürgern dieser Stadt, an welcher Stelle Sie die dafür notwendigen Mittel zusammenstreichen wollen. Man darf nicht verschweigen, dass wir über etwa 300.000 -400.000 Euro, wohl gemerkt, Jahr für Jahr reden. 
Deshalb lassen Sie sich, meine Damen und Herren, auf folgenden Umstand hinweisen: Der Haushalt der Stadt Ahaus ist keine Eier legende Wollmilchsau.  
Man kann nicht unbegrenzt Ausgaben einplanen, vor allem dann nicht, wenn wir als Stadt schuldenfrei bleiben wollen.
Wir müssen den vorgeschlagenen und vorbereiteten Weg der Entschuldung konsequent umsetzen, um nachfolgenden Generationen gerecht zu werden und finanziell handlungsfähig zu bleiben. 
Wir haben in Ahaus ein sehr hohes Niveau erreicht. Das betrifft die Qualität unserer städtischen Infrastruktur, aber auch die von uns nicht immer selbst zu beeinflussenden Ausgaben.
Im Vergleich zu vielen Nachbarn, deren finanzieller Spielraum eingeschränkt ist, relativiert sich so manche Klage, und wir müssen uns immer vergegenwärtigen, wie gut es uns doch geht. Es gibt keinen Anlass, unzufrieden zu sein, denn keiner unserer Partner, sei es eine Beratungsstelle oder einer der vielen Vereine in dieser Stadt, erhält im kommenden Jahr einen geringeren Zuschuss als im Vorjahr.

Konjunkturpaket II 

Die Bundesregierung hat mit dem Beschluss zum Konjunkturpaket ein starkes Zeichen gesetzt. Ich will hier keine Abwägung über Sinn und Unsinn einzelner Maßnahmen vornehmen, sondern den Blick auf die den Kommunen zur Verfügung gestellten Beträge richten.  

Das Land NRW ist in einem ganz besonderen Maß nicht nur für die schnelle, unkomplizierte und unbürokratische Verteilung der Mittel zu loben, sondern auch, weil nicht nur 70% der Gesamtmittel den Kommunen zur Verfügung gestellt wurden, sondern mehr als 80%.  

Nach den Vorstellungen der Bundesregierung sollen die Mittel des

Konjunkturpaketes, für Ahaus ca. 4,8 Mio. €, zu knapp 3,7 Mio. € in den Bereich Bildung fließen und zu etwa 1,15 Mio. € für Infrastrukturmaßnahmen verwendet werden, wobei Maßnahmen zur energetischen Erneuerung und zur Verbesserung der Energieeffizienz im Vordergrund stehen.

Das aufgrund des Vorschlages der Verwaltung von uns im Haupt- und Finanzausschuss einstimmig beschlossene Paket hat nach Meinung der CDU Fraktion zwei entscheidende Vorteile: 

Zum einen können wir bei den Maßnahmen relativ sicher sein, dass sie von den Definitionen des Konj. II erfasst sind und und zum anderen, weil sie helfen Energie einzusparen bzw. den Verbrauch reduzieren. Damit sind sie auch nachhaltig eingesetzt. 

Einige Unsicherheiten, wie etwa der Begriff der geforderten Zusätzlich-keit führen zugegeben zu einem gewissen Maß an Unsicherheit. Deshalb haben wir einen Beschluss gefasst, der den Vorbehalt der Finanzierbarkeit aus dem Konjunkturpaket beinhaltet. 

Handel

Einkaufszentrum/ Stadtgalerie 

Wir stehen nach wie vor zu den Plänen, den südlichen Teil der Fußgängerzone zu entwickeln. Wo andere sich weggeduckt haben und am Ende selbst nicht mehr wussten, was sie wollen, haben wir klar Position bezogen. Wer will das bestreiten. Wir tun das, weil wir zutiefst davon überzeugt sind, das Richtige zu machen.

Wir haben uns immer, wenn es um das Einkaufszentrum/ Stadtgalerie ging, dafür eingesetzt, dass das von einem Investor zu entwickelnde Konzept im Einklang mit dem Einzelhandelskonzept umgesetzt wird.

Es kann nur bedeuten, dass geplante neue Einzelhandelsflächen nicht vor den Toren der Innenstadt oder den Dorfkernen, sondern möglichst zentrumsnah gebaut werden. Danach ist großflächiger Einzelhandel nur noch in zentralen Versorgungsbereichen und somit nicht mehr auf der grünen Wiese oder in unverträglichen Randbereichen möglich.

Manche Standortdiskussion fällt schwer, aber wir warnen auch davor, das Einzelhandelskonzept in Frage zu stellen.

Ziel der CDU ist und war es immer, neue Investitionen möglich zu machen und gleichzeitig Ahaus insgesamt – und damit in diesem Fall die Innenstadt – als Einkaufsstandort attraktiver zu gestalten, um vorhandene Kaufkraft, die wir schleichend verlieren, vor Ort zu binden. 

Stadtbücherei, VHS, Musikschule  

Die Entwicklung des südlichen Endes der Fußgängerzone beinhaltet natürlich nicht nur die Ansiedlung von Einzelhandelsflächen, sondern sollte zu weiteren flankierenden Maßnahmen führen. Dazu gehört sicher die Vorstellung, eine - wie wir ein solches Gebäude in den Diskussionen bislang benannt haben - „Stadtvitrine“ als neue Heimat für andere städtische Einrichtungen z.B. die Stadtbücherei zu bauen und den Rathausplatz durch ein solches Bauwerk weiter zu arrondieren. Dort,  an einem für alle Besucher attraktiven Standort, einen zusätzlichen Frequenzbringer anzusiedeln, hat viel Charme. 

Jetzt, wo wir aufgrund sinkender Schülerzahlen den Grundschulstandort an der Bernsmannskampschule auslaufen lassen müssen, bietet es sich geradezu an, dieses schöne Gebäude weiterhin für die Bildung zu nutzen, nur eben nicht ausschließlich für Kinder, sondern eher für Erwachsene. Die VHS braucht eine neue Heimat. Was liegt näher als die VHS stadtnah dort unterzubringen. Ein nahezu idealer Standort, wie wir meinen. Wegen des zu erwartenden Raum- und Platzbedarfs müssen wir die Musikschule verlagern.

Die Schule am bisherigen Standort der VHS unterzubringen ist ein guter und akzeptabler Weg. Zum einen sind die dort vorhandenen Räume nach einem Umzug der VHS dafür frei und zum anderen kann aus unserer Sicht die Nähe zu den dortigen Schulen durchaus für alle Beteiligten eine Bereicherung darstellen. Notwendige ergänzende Maßnahmen müssen natürlich mit der Musikschule besprochen werden.  

Ein anderes Gebäude, in unmittelbarer Nähe zur Bernsmannskampschule, ist in die Jahre gekommen.  Wir wissen schon jetzt, dass es erheblichen und dringenden Sanierungsbedarf gibt.

Gemeint ist, sie alle wissen das, natürlich unsere Stadthalle. Ein, man kann sagen, unverzichtbares Bauwerk und mit fast 200 Veranstaltungen Jahr für Jahr, auch eine Visitenkarte unserer Stadt.

Wir sind von Anfang an der Meinung, dass es in dieser Frage jetzt keine Schnellschüsse geben darf und ergebnisoffen geprüft werden soll, was geschehen muss.

Ohne zu wissen, was notwendig ist und was die unterschiedlichen Vorgehensweisen kosten werden, gibt es schon jetzt diejenigen, die ganz laut artikulieren und reklamieren und ganz genau wissen, was am besten ist.

Die CDU wird die erhobenen Daten und Fakten beraten, werten und sich danach eine Meinung bilden.

Alles andere ist wenig professionell.  

U 3 Betreuung 

Die Kosten des KiBiz schlagen in diesem Jahr voll durch, wobei die städtische Belastung noch einmal 200.000 € höher liegt als vor einem Jahr. Obwohl die Zahl der zu betreuenden Kinder leider auch in Ahaus zurückgeht, werden die Aufwendungen in diesem Bereich noch einmal extrem stark ansteigen. Das liegt an der von Land und Bund stark forcierten Betreuung der sog. „U 3“ Kinder, also der Kinder unter 3 Jahren.

Das Land nennt eine Versorgungsquote von 35 % aller unter 3–jährigen Kinder bis 2013 und fördert die investiven Maßnahmen mit bis zu 90 %. In Ahaus werden wir, natürlich nicht wegen der angebotenen Förderung, sondern wegen des unterstellten und auch tatsächlich vorhandenen Bedarfs, nicht umhin kommen, zusätzliche Gruppen in vorhandenen Kindergärten und auch neue Einrichtungen zu bauen.

Kindern unter 3 Jahren eine Betreuung anbieten zu können, hat, wie bereits gesagt, nicht nur wegen der Vorgaben aus Düsseldorf und der damit im Zusammenhang stehenden investiven Mittel, hohe Priorität, sondern auch deshalb, weil die Vereinbarkeit von Familie und Beruf immer mehr in den Vordergrund rückt.

Auf der anderen Seite geben wir zu bedenken: Ob die Betreuung von Kindern unter 3 Jahren in jedem Einzelfall eine gute Sache ist, mag jeder für sich selbst beantworten. Wir sollten aber auch erkennen und akzeptieren, dass die alte Rollenverteilung heute nicht mehr so funktioniert, wie noch vor einer Generation. Dieser Entwicklung müssen und wollen wir auch in Ahaus Rechnung tragen.  

Für die Schaffung von zusätzlichen Plätzen und für die Betreuung durch Tagesmütter sind im Haushalt die notwendigen Mittel  eingeplant. Die CDU ist damit ausdrücklich einverstanden, auch wenn die Folgekosten, die zu einem erheblichen Teil von uns zu tragen sind, in den nächsten Jahren mächtig drücken werden.

Auch wir stehen in den nächsten Jahren zu einem am Bedarf orientierten weiteren Ausbau bis zu 35 %.  

Meine Damen und Herren,

Wir investieren in unsere Schulen, in Kindertageseinrichtungen und U3-Plätze und versuchen als Partner der örtlichen Wirtschaft attraktive Arbeitsplätze anzusiedeln oder zu erhalten, weil wir damit jungen Familien in Ahaus Chancen eröffnen wollen. Wir wollen, dass sie hier bleiben und wir wollen, dass sie gerne in unsere schöne Stadt kommen. Das ist deutlich mehr als ein zusätzliches Angebot beim Familienpass.  

Schulpolitik

Sanierung und Modernisierung der Schulstandorte 

Die Schullandschaft in Ahaus wird sich in den nächsten Jahren verändern. Ahaus ist zu unserem Bedauern von der Gründung von drei Verbundschulen betroffen.

Sowohl durch diese Verbünde in den Nachbargemeinden als auch aufgrund der demografischen Entwicklung, der Schuloffensive der Landesregierung i. S. „über Mittag Betreuung“ und den Ausbau der offenen Ganztagsschule im Primarbereich, aber auch wegen dem veränderten Wahlverhalten bei der Anmeldung zur weiterführenden Schule, wird die Schulpolitik ein Dauerbrenner bleiben. 

Wir sind uns in der CDU-Fraktion immer bewusst, wie wichtig dieses Thema für eine Schulstadt wie Ahaus ist. Deshalb gilt auch in den nächsten Jahren für dieses Thema höchste Priorität.

Vielleicht auch ein bisschen deshalb und auch, weil es beim Kreis Borken und in der Wirtschaft eine breite Unterstützung gab, haben wir einen großen Erfolg bei dem von der Landesregierung angepeilten Ausbau der Studienplätze an den Fachhochschulen verzeichnen können. Jetzt wird es zunächst darum gehen, sich gemeinsam dafür einzusetzen und dafür zu werben, dass genügend interessierte Studierende mit ihrer Anmeldung dafür sorgen, dass der Startschuss schon im nächsten Wintersemester fallen kann.  

Fachhochschule Gelsenkirchen, 40 Plätze für Ahaus  

Unternehmen pflegen den Kontakt zu den in der Region vorhandenen Hoch- und Fachhochschulen und erarbeiten gemeinsam mit denen praxisorientierte Lösungen. So findet ein Wissenstransfer durch Vernetzung statt, duale Studiengänge in Praxis und Theorie. Ein Innovationsnetzwerk, auf das die Unternehmen bei Bedarf zurück-greifen können.

Wir wissen zwar, dass es „nur“ 40 Plätze sind. Sicher hätte es auch etwas mehr sein dürfen, aber das gute Gefühl, dabei zu sein und einen Fuß in die Tür „Fachhochschule“ bekommen zu haben, überwiegt eindeutig. Wir werden alles tun, um den FH-Standort Ahaus fest zu etablieren. Wir fördern vor allem aber auch die Zusammenarbeit mit den Berufskollegs, der BBS und auch der Wirtschaft. Vielleicht können wir nach und nach zu einem weiteren Ausbau kommen. Jede Chance hierzu werden wir als CDU in Ahaus nutzen.  

Neuaufstellung Flächennutzungsplan

Dorfentwicklungskonzepte 

Nachdem die CDU im Rat die Neuaufstellung des FNP beantragt hatte, sind dazu mittlerweile in allen Ortsteilen die Auftaktveranstaltungen gelaufen. Ein notwendiger und von uns geforderter Prozess, der

deutlich gemacht hat, wie unterschiedlich die Ausgangssituation in unseren 5 Dörfern sind.

Aufgezeigt wurde auch, dass wir in Abhängigkeit zur Regionalplanung und den Vorgaben des Landes zukünftig deutlich weniger Flächen verbrauchen können, als es vielleicht wünschenswert wäre. Die Details sind noch nicht ganz bekannt, aber Verbrauchsgrößen von ca. 5 ha Gewerbefläche pro Jahr wie in den vergangenen Jahren werden sehr wahrscheinlich der Vergangenheit angehören.

Die Neuaufstellung des FNP ist, wie wir aber auch wissen, ein sehr abstraktes Instrument, welches städtische Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigt und deutlich gemacht hat, dass viele in die Tiefe gehende Fragen im Zusammenhang mit städtischer und dörflicher Entwicklung nicht beantwortet werden können.

Nach den Beratungen sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir einen Antrag in den Rat bringen, um für alle Dörfer entsprechende Entwicklungskonzepte auf den Weg zu bringen. Dieser Prozess war, so haben wir das in unserem Antrag auch formuliert, von Anfang an darauf ausgerichtet, breite Teile der Menschen in den Dörfern daran zu beteiligen, die vorhandenen Ideen und Vorschläge zu sammeln, um damit einzelne Leitfäden für die zukünftige Entwicklung der Dörfer zu bekommen. Die rege Beteiligungen in den einzelnen Arbeitskreisen zeigt uns, dass wir völlig richtig liegen. 

Die erarbeiteten Handlungsleitfäden werden nach unseren Vorstellungen Grundlage notwendiger politischen Entscheidungen sein.

Ein Dauerbrenner bei den Veranstaltungen zur Neuaufstellung des FNP, nämlich die zukünftige Ausweisung von Wohnbauland, werden wir im Lichte des Grundsatzes Innen- vor Außenentwicklung und der Nutzung bereits vorhandener Infrastruktur betrachten müssen. Auch eine engere Verzahnung mit der Förderung von Familien und Stadtentwicklung wird zukünftig deutlich mehr Bedeutung gewinnen müssen.   

Schluss der Rede  

Die von der CDU Fraktion skizzierten Maßnahmen und Ideen sind in diesem umfangreichen Zahlenwerk, dem Haushalt 2009, enthalten. Es ist ein Haushalt, der unseren Vorstellungen entspricht, der die Handschrift der CDU-Fraktion trägt.

Die CDU wird ihren verantwortungsbewussten Kurs der vergangenen Jahrzehnte fortsetzen, der Ahaus zu einem gut funktionierenden Mittelzentrum, einem starken Wirtschaftsstandort im westlichen Münsterland und einer liebenswerten Stadt gemacht hat.

Ahaus ist finanzwirtschaftlich handlungsfähig. Der Haushalt wird kompetent der gegenwärtigen Lage gerecht.

Die CDU Fraktion wird dem Haushalt und der Haushaltssatzung für das Jahr 2009 unter Berücksichtigung der vorgenommenen Veränderungen zustimmen.

Im Namen der CDU Fraktion möchte ich mich bei der gesamten Verwaltungsmannschaft, insbesondere bei der Mannschaft in der Kämmerei, für die geleistete Arbeit bei der Erstellung des Haushalts 2009 bedanken.  

Bedanken möchte ich mich im Namen der CDU-Fraktion beim Bürgermeister und den weiteren Mitarbeitern der Verwaltung für die Unterstützung und die gute, verlässliche Zusammenarbeit, die wir stets erfahren, und ich bitte Sie, Herr Bürgermeister, unseren Dank an die Beschäftigten weiterzugeben.

Bedanken möchte ich mich aber auch bei den anderen Fraktionen für die immer konstruktive, faire und kritische Auseinandersetzung. 


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